Warum zuerst Gemeindepräsident, dann Gemeinderatsschreiber und jetzt wieder Gemeindepräsident?

Heute hat mir eine Wittenbacherin folgendes geschrieben:

Sali Norbert Ich bin heute wieder gefragt worden, warum du nicht mehr Gemeindeprädient von Heiden bist. Auch ich habe mich anfangs gefragt, warum du vom Gemeindepräsidenten zum Gemeindeschreiber einer kleinen Gemeinde gewechselt hast. Was soll ich den Leuten mit dieser Frage antworten?

Ich habe ihr wie folgt geantwortet:

In den 10 Jahren Tätigkeit als Gemeindepräsident in Heiden konnte ich zusammen mit Gemeinderat, Bevölkerung und Verwaltung Vieles erreichen. Nach 10 spannenden und bewegten Jahren wurde es Zeit für Heiden und für mich neue Impulse zu erhalten. Gleichzeitig mit dem Rücktritt als Gemeindepräsident habe ich meine Kandidatur für den Regierungsrat bekanntgegeben. Nach einem spannenden und fairen Wahlkampf wurde ich nicht gewählt. Meine Partei, die CVP konnte noch nie einen Sitz im Regierungsrat des Kantons Appenzell-Ausserrhoden erobern. Dafür war wohl auch 2015 die Zeit noch nicht reif.

Ich habe dann die Gelegenheit gehabt, in der Gemeinde Untereggen, wo ich bereits 1991 – 1996 arbeitete, ab 1.8.2015 als Gemeinderatsschreiber und Bauverwalter in einem 80%-Pensum tätig zu werden. Da der Gemeindepräsident im Nebenamt arbeitet, obliegt mir als Geschäftsführer der Gemeindeverwaltung insbesondere die Führung von 5 Mitarbeitenden und 2 Lernenden. Per 1.1.2017 wurde die Einheitsgemeinde eingeführt. Diesen Prozess durfte ich mitgestalten.

Das 80%-Pensum in Untereggen erlaubte mir, noch bis Juni 2017 im Kantonsrat zu verbleiben und von 2015 – 2018 ehrenamtlich als Präsident die Standortförderungsorganisation „Appenzellerland über dem Bodensee“ mit zu gestalten. Bis heute bin ich noch Mitglied des Verwaltungsrates der Elektrizitätswerk Heiden AG, einem KMU mit rund 20 Mitarbeitenden. Dieses Mandat würde ich im Fall einer Wahl als Gemeindepräsident für Wittenbach ebenfalls abgeben.

Schliesslich engagiere ich mich mit Herzblut als Präsident für das Henry-Dunant-Museum in Heiden. Aufgrund der überregionalen Ausstrahlung würde ich dieses Engagement auch bei einer Wahl als Gemeindepräsident für Wittenbach in der Freizeit weiterführen.

Im Herbst 2018 habe ich die Projektleitung für die Rettung des Hotel Linde Heiden übernommen. Mit einer zwölfköpfigen Projektgruppe konnten wir bis heute Eigen- und Fremdkapital von rund 3.7 Millionen Franken zusammentragen. Somit wird die Rettung dieses bauhistorisch und kulturell bedeutsamen Hauses gelingen. Wir sind zur Zeit auf der Suche nach einer anderen Person als mich für das Stifttungsratspräsidium der in Gründung befindlichen Stiftung.

Bei all diesen faszinierenden Aufgaben ist mir bewusst geworden, dass für mich mitgestalten, verhandeln, überzeugen und führen die berufliche Erfüllung ist. Das ist im Amt des Gemeindepräsidiums besonders gefragt. Für mich ist Gemeindepräsident sein nicht nur ein Job, sondern eine Berufung. Deshalb habe ich mich als Gemeindepräsident für Wittenbach beworben. Wittenbach ist mit dem Spannungsfeld zwischen städtischen und ländlichen Qualitäten und den aktuellen Herausforderungen sehr reizvoll. Ich sehe auch die hohe Lebensqualität für mich, welche ich mit Wohnsitz Wittenbach mitgeniessen dürfte 

Warum zuerst Gemeindepräsident, dann Gemeinderatsschreiber und jetzt wieder Gemeindepräsident?